#41: „Frauenfragen“: Folge 41 mit Thomas Stipsits

Der Auftakt zur 5. Podcast-Staffel hätte in keinem schöneren Ambiente stattfinden können. Anlässlich des Kinostarts des Films „Griechenland“ treffe ich Schauspieler Thomas Stipsits im Wiener Votivkino, wo ich mein Aufnahme-Equipment und mein „Frauenfragen“-Setting vor der Leinwand aufbaue. Obwohl wir ganz allein im Saal sind, hängen große Gefühle in der Luft. Das Lachen, Weinen und Staunen, das während einer Filmvorführung vom Publikum heimlich in die Dunkelheit entlassen wird, hat sich an den Wänden festgesetzt. Manches davon überträgt sich im Laufe der nächsten Minuten auch auf uns. Thomas Stipsits und ich sprechen über seine Rolle als Vater und wie sich diese durch die Trennung von seiner Frau Katharina Straßer verändert hat, über seine Gewichtsprobleme und warum sein aktueller Film „Griechenland“ durchaus feministische Züge hat. Darüber kann man auch lachen, weinen und staunen.

Genauso wie darüber, wie hierzulande immer wieder mit Themen rund um die Geschlechtergerechtigkeit umgegangen wird. Erst dieser Tage hat ein Vorschlag von ÖVP-Arbeitsminister Martin Kocher feministische Herzen erschüttert. Weil er möchte, dass mehr Menschen Vollzeit arbeiten, hat der Minister Einschränkungen bei den Sozialleistungen vorgeschlagen – vor allem für jene, die freiwillig weniger arbeiten. Wie diese Freiwilligkeit nachgewiesen werden soll, ist mir allerdings fraglich. Dass dieser Vorstoß vor allem Frauen betrifft, ist klar. Denn Teilzeitarbeit ist in Österreich eindeutig weiblich. 2020 waren 47,3 Prozent der Frauen im Vergleich zu 10,7 Prozent der erwerbstätigen Männer in Teilzeit. Die Gründe dafür sind vielschichtig. Mit Sicherheit liegt es aber vor allem daran, dass Kinder in unserer Gesellschaft als Frauensache gelten. Es sind vorrangig Frauen, die sich in den ersten Monaten und Jahren um die Versorgung kümmern und den gesamten Mental Load in Bezug auf die Kinderbetreuung übernehmen. Das „Frauenfragen“-Gespräch mit Thomas Stipsits belegt das übrigens einmal mehr. „In sehr vielen organisatorischen Dingen verlasse ich mich schon auf die Kathi.“

Dass sich Männer und im Grunde die gesamte Gesellschaft beim Thema Care-Arbeit auf Frauen verlassen, wird immer wieder höchst schmerzhaft deutlich. Ob in der aktuellen Teilzeit-Debatte oder in der Hochphase der Corona-Pandemie. Wer hat sich da im Homeoffice hauptsächlich um die Betreuung der Kinder gekümmert, als öffentliche Einrichtungen geschlossen wurden und Großeltern ausgefallen sind? Wer hat mehrheitlich die Kinder unterrichtet, für sie gekocht, ihre blutigen Knie verarztet und Rollenspiele gespielt? Wer wurde vorrangig in Kurzarbeit geschickt? Eben!

Ich könnte hier jetzt noch länger weiterschreiben, was alles getan werden muss, damit sich in Sachen Vereinbarkeit von Familie und Beruf für Frauen, aber auch gesamtgesellschaftlich, etwas ändert und verbessert. Damit Familien ein würdevolleres Leben führen können, das sie nicht permanent an den Rand der Erschöpfung bringt. Aber, das muss ich nicht. Denn um all das geht es ja regelmäßig im „Frauenfragen“-Podcast. Ab jetzt wieder jeden Donnerstag – überall, wo es Podcasts gibt!

FRAUENFRAGEN STELLT VOR:

Thomas Stipsits ist 39 Jahre alt und hat für sein jugendliches Alter, schon recht hohe Geheimratsecken die er gerne mit einem Kapperl kaschiert. Er war lange mit der berühmten Schauspielerin Katharina Straßer verheiratet, mit der er zwei Kinder im Alter von acht und vier Jahren hat. Von Beruf wegen ist der gebürtige Steirer Kabarettist, Schauspieler und Krimi-Autor und wurde für seine Arbeit bereits mehrfach ausgezeichnet. U.a. hat er 2019 den Publikumspreis „Romy“ als beliebtester Schauspieler und 2021 den Kabarettpreis Salzburger Stier bekommen. 2022 musste er wegen eines Burnouts eine längere Berufspause einlegen. Seither hat es sich Stipsits zur Aufgabe gemacht offen über mentale Gesundheit zu sprechen.

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Kommentare

  • Katrin Weidel

    Liebe Mari Lang, ich freu mich auf die neuen Folgen! Und ich wünsche Ihnen tolle Gespräche zu den wirklichen Themen. Thomas Stipsits ist eine Enttäuschung für mich, im wahrsten Sinne des Wortes ent – täuschen. Floskeln über die lustige Scheidung und für den Film als PR die heile Familie… geht gar nicht. Also, alles Liebe für Sie, es gibt noch viel zu tun. Herzlich Katrin

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