#28: „Frauenfragen“: Folge 28 mit Reinhold Bilgeri

Reinhold Bilgeri ist ein Mann der alten Schule, ein Charmeur, wie er im Buche steht. Schon wenige Minuten nach unserem ersten Aufeinandertreffen macht er mir ein Kompliment zu meinem Aussehen. Eine befreundete Musikerin, die die 30 längst überschritten hat, nennt er immer wieder „Mädel“. Normalerweise reagiere ich auf so etwas äußerst allergisch – versteckt sich dahinter doch oft ein Kleinmachen von Frauen. Einen Allergieschock habe ich beim „Frauenfragen“-Gespräch mit dem ehemaligen Rockstar aber nicht bekommen. Im Gegenteil. Bilgeri hat eine faszinierende Art machohafte Züge mit einer ungewöhnlichen Weichheit und Sensibilität zu kombinieren. Ohne mit der Wimper zu zucken, bezeichnet sich der 71-Jährige als Feminist und sagt: „Als das mit der Frauenbewegung in den 60er, 70er Jahren losgegangen ist, habe ich das nicht als Feindschaft empfunden, sondern versucht mich solidarisch und als Emanze in diesen Kampf einzubringen.“

Als Bilgeri in den 80er Jahren in Netz-T-Shirts, Schnauzbart und laszivem Hüftschwung den Frauen reihenweise den Kopf verdreht hat, war ich noch in den Windeln und hatte von sowas wie Emanzipation keinen Schimmer. Bis auf meine rosafarbenen Strampler war meine Welt damals noch recht geschlechtergerecht und heil. Es birgt also durchaus Spannungspotential, wenn ich mit einem Mann, der mein Vater sein könnte, über meinen feministischen Auftrag spreche und ihn mit Themen konfrontiere, die in der Öffentlichkeit eher Frauen vorbehalten sind: Warum trägt Bilgeri eine getönte Brille und fummelt immer wieder an seinen weiß-glänzenden Haaren rum? Wie hat er seine erfolgreiche Karriere mit seiner Rolle als Vater vereinbart? Und was hält er von einer Frauenquote in der Filmindustrie? Außerdem sprechen wir in der 28. Folge von „Frauenfragen“ über die traumatische Geburt seiner Tochter, die katholische Kirche und warum Frauen, seiner Meinung nach, das stärkere Geschlecht sind.

FRAUENFRAGEN STELLT VOR:

Reinhold Bilgeri ist 71 Jahre alt und hat dafür immer noch eine erstaunlich gute Figur und weißes, recht fülliges Haar. Der ehemalige Rockmusiker ist meist schwarz gekleidet und trägt aufgrund einer Augenschwäche und, wohl auch zwecks der Coolness, eine getönte Brille. Er ist seit vielen Jahren mit der Schauspielerin Beatrice Bilgeri verheiratet und hat mit ihr eine erwachsene Tochter, die ebenfalls im Schauspielbusiness tätig ist. Der gebürtige Vorarlberger arbeitet als Musiker, Schriftsteller, Drehbuchautor und Filmemacher und hat für sein Schaffen schon diverse Preise eingeheimst.

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