#22: „Frauenfragen“: Folge 22 mit Leo Hillinger

Leo Hillinger treffe ich auf seinem Weingut in Jois im Burgenland. Schon bei meiner Ankunft merke ich, dass der 53-jährige Winzer ein vielbeschäftigter Mann ist. Während er mit einem Mitarbeiter Arbeitsabläufe bespricht, wird er von einem Kamerateam gefilmt, das eine Doku über sein Leben dreht. Von nichts kommt halt nichts. Hillinger wirkt müde, als wir uns an einen großen Tisch in einem Seminarraum des modernen Anwesens setzen und mit dem „Frauenfragen“-Gespräch beginnen. Auch heute habe ich meine typisch weibliche Getränkeauswahl, bestehend aus Prosecco und „Frauenpower“-Tee, mitgebracht und nutze die Gelegenheit mir von einem Experten erklären zu lassen, welche Weine eher von Frauen und welche eher von Männern getrunken werden. Dass man Weine nach Geschlechtern einteilt, ist gängig und im Grunde nicht wirklich problematisch. Dass man Männern und Frauen aber bestimmte Eigenschaften nachsagt und dadurch Geschlechterstereotype befeuert, finde ich jedoch höchst bedenklich. Hillingers Aussage – „Der Mann ist eher einfach gestrickt. Hunger, Durst, warm, kalt – das sind so die Gefühle des Mannes“ – liefert uns also ordentlich viel Diskussionsstoff.

Neben typisch männlichen und typisch weiblichen Eigenschaften sprechen wir in dieser Folge von „Frauenfragen“ außerdem noch über Schönheitsarbeit, Hillingers von Gewalt geprägte Kindheit, und er erzählt, warum ihn die erste Weinlinie seines Sohnes zwar freut, aber gleichzeitig auch schmerzt.

FRAUENFRAGEN STELLT VOR:

Leo Hillinger ist 53 Jahre alt, sehr durchtrainiert, mit fülligem, blondem Haar. Er trägt gerne enge Shirts und Anzüge und legt generell viel Wert auf Mode. Seit 2006 ist er zum zweiten Mal verheiratet und hat zwei Kinder im Alter von 17 und 19 Jahren. Von Beruf ist er einer der erfolgreichsten Weinbauern des Landes, Investor und TV-Star. Seit einigen Jahren ist er als Juror Teil der Sendung „2 Minuten 2 Millionen“. 2017 ist seine Biografie „Konsequenz, Konsequenz, Konsequenz!“ erschienen.

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Kommentare

  • peter

    Als Mann muss ich sagen: Fast keiner der interviewten Männer spricht für mich. Fremdschämen stellt sich viel zu oft ein. Das kann man nur Mari leider ncht vorwerfen. Viele sind halt einfach so. Danke für’s vorführen.

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