#1: “Frauenfragen”: Folge 1 mit Armin Assinger

Schon bei der Begrüßung bedient Armin Assinger das Klischee . Denn er kommt völlig unvorbereitet zu unserem Gespräch. “Frauenfragen heißt das? Ok, das wird interessant”. Es heißt ja immer, wenn Frauen für Interviews oder als Expertinnen für Podiumsdiskussionen angefragt werden, antworten sie meist “Ich weiß nicht, ob ich die Richtige für das Thema bin”. Männer hingegen zögern nicht lange, sagen zu und fragen erst dann, worum es geht. Genau wie Armin Assinger, der mir gleich zu Beginn ungefragt einen Prosecco einschenkt und immer wieder mit typisch männlichen Sichtweisen aufhorchen lässt. Karriereziele oder Wünsche musste er aufgrund der Kinder nie hinten anstellen, “weil ja meine Frau da war”. Und Erziehungssache war Frauensache, “weil sie (Anm. Assingers Ex-Frau) wesentlich geduldiger war”.

Wir diskutieren teilweise recht hitzig über eine Frauenquote in Unternehmen, warum es keine männlichen Haushälter gibt und wieso Showmoderation noch immer eine Männerdomäne ist. Armin Assinger erzählt außerdem, dass er seine Mutter bewundert und vor unserem Gespräch noch nie so ausführlich über Gleichberechtigung nachgedacht hat.

FRAUENFRAGEN STELLT VOR:

Armin Assinger ist 56 Jahre alt, grau-meliertes Haar, sportliche Statur. Durch seinen Kärntner Dialekt und seinen hemdsärmeligen Schmäh repräsentiert er ganz gut den Kumpeltyp mit Sexappeal. Seine Kleidung kauft er sich immer selbst. Eine befreundete Hautärztin hat ihm mal Botox in die Stirn gespritzt. Assinger ist Vater eines erwachsenen Sohnes und einer Tochter aus erster Ehe und lebt derzeit in einer fixen Beziehung. Der ehemalige Skirennläufer ist seit vielen Jahren Co-Kommentator bei Skirennen im ORF, seit 18 Jahren Moderator der Millionenshow und achtfacher Romy-Preisträger.

10 Antworten auf „#1: “Frauenfragen”: Folge 1 mit Armin Assinger“

  1. Hallo Frau Lang,
    ich habe Ihren Auftritt heute in Guten Morgen Österreich gesehen und war neugierig, habe mir aber viel mehr (im Positiven) erwartet.
    Ich finde, dass Hr. Assinger Ihre Fragen wie ein wahrer Gentleman (von wegen Macho) beantwortet hat, weil mir diese tw. auch als Frau auf die Nerven gegangen wären. Z.B. Männer müssen leiser werden … Sehen Sie sich die Natur an … Stärke zählt. Wenn Frauen etwas haben wollen, müssen Sie es sich aktiv nehmen und nicht darauf warten, dass es Ihnen (passiv) von den Männern gegeben wird. Und die Frau als Mutter und Hausfrau immer in der Opferrolle zu sehen … Ich als Frau will gar nicht, dass “der Mann” in “meiner” Welt mitmischt … Hausfrau … Frau des Hauses, eine Frage der Finanzen … wenn ich genügend Personal unter mir habe … Kinder zu betreuen statt arbeiten zu gehen mit genügend finanziellem Background ist heutzutage ein wahrer Luxus!
    Warum ich Ihnen das schreibe, weiß ich eigentlich auch nicht. Vermutlich, weil diese “Frauenquote”-Sache auch schon so ein Klischee ist.
    MfG

    1. Liebe Frau Winkler,
      besten Danke für Ihren Input.
      In manchen Dingen bin ich ganz Ihrer Meinung: ja, Frauen sollten ihre Anliegen selbstbewusst einfordern und sich nehmen, was ihnen zusteht. Durch Warten wird sich nicht viel verändern. Aber die Männer ins Boot holen und in die Diskussion miteinbeziehen erachte ich als durchaus sinnvoll.
      Ich sehe die Frau in der Rolle als Hausfrau und Mutter ganz und gar nicht in der Opferrolle, aber eine Frau muss die Möglichkeit haben selbst zu entscheiden, ob sie auf die Rolle als Hausfrau und Mutter reduziert sein möchte. Leider machen gesellschaftliche Konventionen, politische Strukturen und alte Rollenbilder, die tief in den meisten von uns verankert sind, diese Entscheidungsmöglichkeiten für viele immer noch schwer. MfG Mari Lang

  2. Liebe Frau Lang,
    Vielen Dank für diesen wichtigen Podcast. Sie schaffen es dabei, absolut notwendige Fragen zu stellen und dabei bleibt es trotzdem auf einer witzigen und lockeren Ebene. Bleiben Sie bitte weiterhin so lästig! glg

  3. Armin Assinger kommt sympathisch rüber. Aber entlarvend fand ich schon, dass man mit 56 Jahren sich zum ersten Mal mit Fragen beschäftigt, mit denen sich Frauen immer herumschlagen müssen und deren Auswirkungen in allen gesellschaftlichen Strukturen zementiert sind z. B. In wirtschaftlichen Abhängigkeit der Frauen von den Männern und, und, und….Wie kann man das alles nicht sehen (wollen)?

    1. Liebe Josefa Egger,
      ja, das ist in der Tat spannend und liegt zum Einen wahrscheinlich an persönlicher Ignoranz, zum Anderen an den Realitäten, in denen wir immer noch leben. Solange es als normal gesehen wird, dass Frauen für Familie und Kinder zuständig sind, sind Männer gar nicht gezwungen genauer hinzusehen. LG

  4. Liebe Frau Lang!
    Ich finde es sehr gut, dass Sie versuchen Männer wachzurütteln.
    Bei Armin Assinger ist mir aufgefallen, dass er bei dem Thema Kinder immer nur seine gute Vater-Sohnbeziehung erwähnt hat. Vater-Sohn Urlaub dahin, Vater-Sohn Urlaub dorthin. Nur so nebenbei konnte man erfahren, dass er auch ein Tochter hat. Ist eine Tochter weniger wert? Wann gab es die tollen Urlaube mit der Tochter, gab die nicht? Warum? Da hätte es sich unbedingt ausgezahlt nachzuhaken. lg

    1. Liebe Frau Stich, danke für Ihr wertvolles Feedback. Ja, es gäbe bei allen Gesprächen noch so viele Themen über die man sprechen könnte oder wo man mehr nachhaken könnte. Leider fehlt dazu auch oft die Zeit. Ich freu mich, wenn Sie weiterhin zuhören! LG

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