LIEFERENGPASS

Eine Freundin hat mir heute für die Nerven „den guten alten Hanf und viel Sex“ empfohlen. Blöd, nur, dass es bei beiden gerade Lieferengpässe gibt. Ich greife also auf Banaleres zurück und mixe mir einen Aperol Spritz. Dabei fühle ich mich fast so, als würde ich am Donaukanal sitzen und meine Füße in den Sand stecken. Das Gefühl von Hipness will sich aber nicht so recht einstellen. Vielleicht weil meine Füße seit Wochen in pinken Crocs festgewachsen sind und aus den Lautsprechern „der Hahn, der alte Schreier, der legt nur krumme Eier“ tönt. Ich sehe den Kindern zu, wie sie durchs Wohnzimmer hüpfen und nehme einen großen Schluck. Wer hat gesagt, dass man nur zu Erwachsenenmusik tanzen kann? Die Realität hat mich schon nach wenigen Sekunden wieder. Meine Bewegungen und der Beat wollen nicht so recht harmonieren. Dafür will das Kleinkind „rauf, rauf, rauf“, und ich tanze bald mit fünfzehn Kilo im Arm im L’Amour-Hatscher durch die Wohnung.

Ich gehe in die Küche und wische mir den Schweiß von der Stirn und drücke dem Mann einen Kuss auf den Mund. Mein Kreuz schmerzt, aber ich fühle mich irgendwie beflügelt. Trotz „Ei, ei. Drum sing ich jetzt das Lied vom Ei“ und anderen kreativen Texten, die ich jetzt wahrscheinlich im Schlaf auswendig aufsagen kann. Nicht grad ein Anturner. Plötzlich ein Aufschrei. Das Großkind läuft laut rufend durch die Wohnung und kriegt sich kaum mehr ein. „Wäh, die Mama hat den Papa abgeschleckt.“ Ich denke, so schnell wird sich das mit den Lieferengpässen hier nicht ändern. „Ei, ei, ei, das geht uns auf die Eier“.

Wenn der Wurm drin ist…

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